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Fokusinterview

„Gezielte Suche nach Mutationen rettet Leben“

Von Prof. Dr. med. Brigitte Schlegelberger, Medizinische Hochschule Hannover · 2014

Prof. Dr. med. Brigitte Schlegelberger, Medizinischen Hochschule Hannover

Kommt ein Mensch mit einer Keimbahnmutation in einem Tumorgen zur Welt, sind alle Zellen im Körper davon betroffen. Dadurch besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. „Eine Identifizierung der Genveränderung sowie gezielte Früherkennungsprogramme sind überlebenswichtig“, weiß Prof. Dr. med. Brigitte Schlegelberger, Direktorin des Instituts für Humangenetik der Medizinischen Hochschule Hannover.

Worin liegt die Problematik in der Diagnose erblicher Krebserkrankungen?

Häufig werden sie übersehen und als normale Krebserkrankung oder Leukämie betrachtet. Tritt beispielsweise eine Brustkrebserkrankung im Zusammenhang mit dem Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) auf, kann eine Bestrahlung zu weiteren Krebserkrankungen führen. Hat man durch eine genetische Untersuchung ein LFS gesichert, wird nach Möglichkeit auf die Bestrahlung verzichtet. Zusätzlich kann bei Verwandten gezielt nach dieser Genmutation gesucht werden. Diejenigen, die die Genveränderung nicht tragen, haben kein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Bei denen, die die Genveränderung tragen, können Tumoren frühzeitig erkannt und somit Leben gerettet werden.

Können Sie uns ein Beispiel für den Verlauf von LFS geben?

Ja. Ein Kind mit einem Li-Fraumeni-Syndrom hat mit vier Monaten einen Hirntumor bekommen, mit vier Jahren eine Leukämie und mit fünf Jahren einen Nierentumor. Dank optimaler Therapie hat das Kind überlebt und geht nun in den Kindergarten.

Wie kann eine optimale Versorgung von Patienten mit erblichen Krebserkrankungen aussehen?

Wir brauchen Zentren mit hoher Expertise, in denen interdisziplinär zusammengearbeitet wird. Vor allem müssen wir Entstehung und Verlauf der Erkrankungen besser verstehen lernen. Und die zum Teil sehr aufwendigen und speziellen Früherkennungsuntersuchungen sollten endlich vollständig von den Kassen übernommen werden.

Kontakt

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
E-Mail: Pressestelle@mh-hannover.de
Web: www.mh-hannover.de

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