Morbus Crohn

Schleichende Entzündung

Von Alexandra Grossmann · 2014

Richtet sich das Immunsystem gegen den Körper, kann es zu einer chronischen Entzündung der Darmschleimhaut kommen. Die Ursachen für diese als Morbus Crohn bekannte Erkrankung sind noch unklar, veränderte Essgewohnheiten in den westlichen Industrieländern scheinen die Erkrankung jedoch zu begünstigen.

Wenn Bauchschmerzen, Übelkeit und Unwohlsein mehrere Wochen andauern, können sie Anzeichen der Seltenen Erkrankung Morbus Crohn sein. Weitere typische Symptome sind Durchfälle mit Schmerzen im rechten Unterbauch, oft nach dem Essen, Übelkeit und Erbrechen sowie Fisteln und Abszesse im Analbereich. Kommen noch Gewichtsverlust und immer wiederkehrendes leichtes Fieber zusammen mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, das wie die Beschwerden in mehrwöchigen Schüben auftritt, hinzu, so ist der Besuch bei einem Magen-Darm-Experten angebracht. Nur ein Spezialist kann Morbus Crohn diagnostizieren, denn die Erkrankung ist oft nicht leicht von anderen entzündlichen Darmerkrankungen zu unterscheiden und erfordert eine spezifische Diagnostik. 

Ursachen nicht geklärt

Morbus Crohn ist eine Autoimmunerkrankung der Darmschleimhäute, deren Ursache noch nicht endgültig geklärt ist. Ein amerikanischer Arzt gab dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ihren Namen. Wie bei vielen Erkrankungen mit einem chronischen und unregelmäßigen Verlauf, spielen sowohl erbliche als auch immunologische und psychische Faktoren eine Rolle. Kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen, kann sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richten und eine dauerhafte Entzündung des Darms hervorrufen.

Bei der Hälfte der Betroffenen, deren Erkrankung zweifelsfrei als Morbus Crohn diagnostiziert wurde, kommt es zu Arthritis, Haut- und Augenkomplikationen. Manche Patienten scheinen längere Zeit gesund – bis zum nächsten Schub. Daher erfordert die Krankheit Selbstbeobachtung und gegebenenfalls eine Langzeittherapie. Leichte und mittelschwere Fälle können in der Regel ambulant und medikamentös behandelt werden. Hier werden oft Entzündungshemmer, Antibiotika und Cortison eingesetzt. Bei schweren Fällen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus angebracht.

Zunahme an Erkrankungen

In den westlichen Industrieländern kommt es mittlerweile jährlich zu rund sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Die Gefahr, ein Morbus-Crohn-Patient zu werden ist also relativ gering. Allerdings hat die Zahl der Erkrankungen in den letzten Jahren in den usa, Westeuropa und Japan zugenommen, was darauf schließen lässt, dass veränderte Ernährungsgewohnheiten, insbesondere der Verzehr von Fast Food und industriell hergestellten Nahrungsmitteln die Entstehung von Morbus Crohn begünstigen. Wie bei allen Autoimmunerkrankungen spielen eine vernünftige Diät, eine Veränderung der Lebensgewohnheiten und die psychische Einstellung eine Rolle und können Krankheitsverlauf sowie Beschwerden deutlich beeinflussen.

Morbus Crohn ist derzeit nicht heilbar. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen und tritt in jedem Alter auf, beginnt aber meist zwischen 20 und 40 Jahren. Wenn die Krankheit sachkundig und konsequent therapiert wird, können Betroffene ein relativ normales Leben führen und haben eine normale Lebenserwartung.

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